Mündliche Prüfungen erfolgreich bestehen

Jeder muss für das Abitur eine mündliche Prüfung ablegen, doch vor allem als externer Prüfling ist es wichtig zu wissen, wie man eine solche Prüfung bewältigt. Abhängig vom Bundesland muss man nämlich nicht eine, sondern vier bis acht davon ablegen.

Der Haken an der Sache

Mündliche Prüfungen dauern 20 Minuten. Ein Witz, richtig? Wenn man das Thema weiß, dann kann man da fast immer eine Eins rausholen.

Das Problem ist, dass man das Thema nicht kennt, im Gegensatz zu einer schriftlichen Prüfung (in Baden-Württemberg, wo es das Zentralabi gibt, stehen die Themen der schriftlichen Prüfungen im Vorhinein fest)

Also muss man den gesamten Lehrplan rauf und runter beherrschen, denn alles kann dran kommen. Das Lernen läuft also anders ab als bei einer schriftlichen Prüfung. Für eine Schriftliche lernt man ein oder zwei Themenblöcke sehr intensiv – für eine Mündliche lernt man alles, doch man muss es nicht ganz so genau wissen, denn in der Prüfung wird der Lehrer kaum in den Details bohren.

Das ist natürlich nicht in jedem Fach so. In Mathe zum Beispiel kommt auch in der schriftlichen Prüfung der gesamte Lehrplan dran. In Geschichte andererseits weiß man schon ein Jahr vor der schriftlichen Prüfung, welche beiden Themenblöcke angefragt werden.

Für eine mündliche Prüfung lernen

Beim Lernen ist es wichtig, immer den Lehrplan im Auge zu haben. Es kann unangenehme Folgen haben, wenn man zwar auf ein paar Gebieten ein Experte ist, auf anderen aber kaum einen blassen Schimmer von der Materie hat. Murphys Gesetzt besagt, dass in einer solchen Situation immer das Thema abgefragt wird, dass man am wenigsten beherrscht.

Deswegen: lieber von allem ein bisschen was beherrschen als irgendwo eine Wissenslücke zu haben. Beim Lernen kannst du hier wieder das System der „größten Baustelle“ anwenden: da, wo noch am meisten zu tun ist, wird angefangen. Wenn du Fortschritte machst und irgendwann ein anderes Thema an der untersten Stelle liegt, machst du damit weiter. Auf diese Weise hast du überall ein solides Fundament und du bist sozusagen gegen Katastrophen versichert.

Nicht aufhören zu reden!

In der Prüfung musst du so viel wie möglich von deinem Wissen an den Mann bringen. Du wirst immerhin danach benotet, was du in den kritischen 20 Minuten von dir gibst. Du bekommst ein Aufgabenblatt, darfst 20 Minuten lang in aller Ruhe darüber brüten, und dann musst du in 10 Minuten deine Ergebnisse vortragen. Danach wirst du noch einmal 10 Minuten lang ausgefragt.

Natürlich solltest du die Aufgaben und Fragen so gut wie möglich beantworten, doch mit Quervereisen kann man auch viel gewinnen. Wenn du nicht ganz so viel über das eigentliche Thema weißt, dann sag soviel zu kannst und bring dann nebenbei noch ein paar Wissensbrocken aus anderen Themen ein. Das zeugt zum einen von einer „ausführlichen Allgemeinbildung“, zum anderen gibt es den Lehrern Tipps, wozu sie dich am besten als nächstes fragen sollen.

Die Kunst liegt hier im richtigen Verhältnis – wenn du in jedem Satz ausschweifend wirst und nur von deinem Lieblingsthema redest statt von dem Abgefragten, dann gibt es eine schlechte Note weil du ablenkst.

Ich wurde in Musik über Impressionismus geprüft. Ich hab natürlich alles gesagt, was ich dazu wusste, doch für den ersten Preis hätte das nicht gereicht. Immer wieder konnte ich aber kleine Bemerkungen einbauen. „Hier bedient sich Debussy programmatischen Elementen, wie man sie auch in Beethovens Sechster finden kann“ oder als im Notentext eine pentatonische Tonleiter vorkam: „Wussten sie übrigens, dass die ersten Belege für pentatonische Tonleitern auf eine fünftönige Knochenpfeife aus der Steinzeit zurückgehen, die man im Jahre so und so in einer Höhle da und dort gefunden hat?“

Das Offensichtliche zuletzt

Wenn die Prüfer dich sympathisch finden, sind sie eher gewogen, dir eine gute Note zu geben. Wer sich ein wenig für Psychologie interessiert weiß, welchen Unterschied selbst unterbewusste erste Eindrücke machen können. Deswegen: gute Klamotten anziehen, immer schön lächeln und das am besten ohne Spinat zwischen den Zähnen. Die Prüfer sollen als erstes mal von dir denken „Na, der sieht aber ordentlich und nett aus“. Klar hast du damit noch nichts erreicht, aber wenn der erste Eindruck ist „Mensch, der hätte sich besser mal gekämmt“, dann prüfen sie dich mit anderen Erwartungen.

One thought on “Mündliche Prüfungen erfolgreich bestehen

  1. Meist hast Du die Moglichkeit, Kolloquien oder eine Ubung zur Vorbereitung auf eine mundliche Prufung zu besuchen. Oft gibt es auch eine spezielle Besprechung beim Prufer, in denen Du Hinweise zu den prufungsrelevanten Themen bekommst.

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